Noch 7 Tage: Wie die «Zauberflöte» zum Cello kam

Liebe Konzertgäste

Heute in einer Woche sitzen Sie in der Pfarrkirche Bürglen, und bis dahin erzählen wir Ihnen jeden Tag etwas über das Programm: ein Werk, eine Geschichte, etwas zum Anhören. Heute beginnen wir dort, wo auch das Konzert beginnt, bei der Zauberei.

Ein Zauberklang-Konzert, das mit der «Zauberflöte» beginnt

Das erste Stück des Abends sind Beethovens Sieben Variationen über «Bei Männern, welche Liebe fühlen». Die Melodie stammt aus Mozarts «Zauberflöte»: Im ersten Akt singen Pamina und Papageno dieses Duett, ein schlichtes Loblied auf die Liebe zwischen Mann und Frau. Und es singt kein Liebespaar, sondern eine Prinzessin und ein Vogelfänger. Gerade das macht es so berührend.

Beethoven schrieb die Variationen 1801, zehn Jahre nach Mozarts Tod. Er nimmt die Melodie und dreht sie siebenmal ins Licht: mal tanzt sie, mal glitzert sie im Klavier, mal singt das Cello sie in neuem Gewand. Und dann kommt die sechste Variation, ein Adagio, in dem die Musik plötzlich innehält.

Ihr Hörtipp für heute

Hören Sie das Duett im Original, gut drei Minuten, und merken Sie sich die Melodie. Am 18. Oktober werden Sie sie sofort wiedererkennen, und es macht grossen Spass zu verfolgen, was Beethoven daraus macht.

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Zum Vergleichen

Beethoven mochte die «Zauberflöte» so sehr, dass er für Cello und Klavier gleich zweimal daraus variierte. Ein paar Jahre früher nahm er sich Papagenos Lied «Ein Mädchen oder Weibchen» vor (12 Variationen, op. 66). Hören Sie beide nacheinander: hier der verliebte, etwas träge Papageno, dort das zarte Duett. Derselbe Komponist, dieselbe Oper, zwei ganz verschiedene Charaktere.

Suchbegriff: Beethoven Ein Mädchen oder Weibchen op. 66

Wussten Sie?

Zu Beethovens Zeit war Cello und Klavier eine ganz neue Kombination. Beethoven war einer der ersten, der beide Instrumente als gleichberechtigte Partner behandelte. Das Klavier begleitet hier nicht, es diskutiert mit.

Und Marie-Elisabeth Hecker und Martin Helmchen kennen diese Musik besonders gut: Sie spielen derzeit sämtliche Werke Beethovens für Cello und Klavier, und eine Aufnahme ist in Vorbereitung.

Morgen: ein Komponist, der fast vergessen wurde und heute zu den grossen Entdeckungen gehört.

Herzlich
Andreas Haefliger & Marina Piccinini

Das Duo

Marie-Elisabeth Hecker gewann 2005 in Paris den Rostropowitsch-Wettbewerb, als Erste in dessen Geschichte gleich mit dem ersten Preis und zwei Sonderpreisen. Martin Helmchen erhielt 2001 den Clara-Haskil-Preis; seine Aufnahme aller Beethoven-Klavierkonzerte wurde 2020 mit dem Gramophone Award ausgezeichnet. Die beiden sind verheiratet, spielen weltweit als Duo und leiten gemeinsam das Festival «Fliessen» in Brandenburg. Ihr neuestes Album: «From Eastern Europe» (Alpha Classics, 2025) auf Spotify · Apple Music

Marie-Elisabeth Hecker & Martin Helmchen, Violoncello & Klavier
Sonntag, 18. Oktober 2026, 17.30 Uhr · Pfarrkirche St. Peter und Paul, Bürglen UR
Pay as you like (bar oder TWINT) · rund 70 Minuten, ohne Pause
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